Ich weiß nicht mehr ob es nun Ende ´80 oder Anfang ´81 war wo George und ich in der Altstadt die Alks gegründet haben. Aber nach dreißig Jahren machen die paar Monate ooch nischt mehr aus. Na jedenfalls hatten wir unseren ersten Gig Mitte ´81 in Düsseldorf auf einer Gymnasium Abschlussfeier. Schon bei diesem Auftritt hatten die Alks ein Erbe zu tragen welches der Punk mir vermacht hat: Premiere der ersten eigenen Rockabilly-Songs mit deutschen Texten (mal abgesehen vonKreationen auf der ZK-LP). Ob wir an diesem Abend Erfolg hatten, weiß ich gar nicht mehr... aber lecker war es...
Zur Besetzung: Isi: Gesang und Kontrabass, George: Rhythmus Gitarre, Ray: Solo Gitarre, Charly: Schlagzeug ( wobei Charly im Vorfeld kurzfristig gefeuert wurde, weil an dem Abend des Auftritts ein Film mit MM im TV war und wir Himbeer-Toni verpflichteten (der noch gar nicht spielen konnte) für den dann aber Claus von "Male" (s.o.) einsprang. Es ist manchmal nicht einfach. Zum nächsten Auftritt Ende des Jahres lief dann aber alles in geordneten Bahnen. Allerdings begingen wir da auch unseren ersten Fehler. Zur Probe erschien Walter (Inhaber des "Dallas Inn" in Düsseldorf) und meinte " Tex und seine Panhandle Alks" würde nicht so ziehen, am besten kürzer und englisch.
Also tauften wir uns für kurze Zeit "Rebel Riders". Machten unter diesem Namen ein paar Gigs und dann.......Isi dein Vaterland ruft dich! Da war dann erst einmal Pause. Zumindest bis ich zur Stammeinheit nach Krefeld Linn kam. An einem Wochenende während meiner Dienstzeit formierten wir uns in der Altstadt neu. Isi: Gitarre und Gesang, George: Rhythmus Gitarre, Kai: Kontrabass, Ray: Solo Gitarre und Himbeer Toni am Schlagzeug .... und wir fanden wieder zu unseren Wurzeln: Panhandle Alks!
So tingelten wir die nächste Zeit dann weiter, allerdings nur im Umkreis. Es entstanden weitere Kompositionen mit deutschen Texten mit denen das Publikum geschichte2naturfreundeallerdings wenig anfangen konnte.

 

Selbst die Anfrage bei Jochen, der zu dieser Zeit die noch jungen "Toten Hosen" managte, brachte uns irgendwie nicht weiter in Sachen erste Platte. Im nach hinein betrachtet war es auch besser so. Unsere ersten Songs waren zwar ganz lustig, aber ich würde mich heute mit Händen und Füßen dagegen wehren damit einen Tonträger zu bestücken (...oder nicht?... wäre vielleicht ganz lustig...) Auftritt im legendären Arrata, in Moers

So rockten wir dann halt weiter und die Besetzung wechselte dann wieder mal. Himbeer Toni und Ray gingen, dafür kam Ron an die Kiste und George musste Solo Gitarre lernen. Und irgendwie kam dann auch Norbert(Nobbi) als Roadie, Aufpasser und guter Geist mit ins Boot. Mit dieser Besetzung kam dann auch ´85 die erste Scheibe.
Die " Fuffi Bop". Der Alt-ZKaner Fabsi erklärte sich bereit mit uns eine 10 inch zu produzieren. Wir hatten also endlich die Möglichkeit unsere eigenen Songs auf Vinyl zu bannen. In dem Moment war dann auch vergessen das unsere Republik der Meinung war das die Ace Cats die ersten Deutsch - Rockabillys kreiert haben. Da entstand dann eine Situation mit der ich zu dieser Zeit absolut nicht klar kam und selbst heute teilweise noch Problemchen habe. Die "Fuffi Bop" war grad´ erschienen und wir hatten einen Auftritt in Leverkusen. Das fatale war: George hatte sich zwei Wochen vor dem Gig die Hand gebrochen! Also entschieden wir uns als Trio aufzutreten und George neben Connie als Begleitpersonen mitzunehmen. Mit anderen Worten: ich hatte zwei Wochen Zeit die Sologitarre einzuüben. Das hieß: jeden Tag zwei Stunden üben + Probe. HOLLA DIE WALDFEE!!! Den Auftritt haben wir recht gut über die Bühne gebracht. Aber die "Fuffi Bop" war raus und.... die Leute wollten AUTOGRAMME!
Einerseits war es ein schönes Gefühl aber andererseits ein bisken fremd. Immerhin waren es dieselben Leute mit denen wir zusammen gefeiert und gesoffen haben.

geschichte4autogrammkarteDie nächste Station war dann die von Fabsi organisierte Tournee durch Deutschland mit der eingebundenen 1.Weser Label Tournee (Panhandle Alks, The Waltons, Die Suurbiers und die Mimmis). Es war eine Hammerzeit. Drei Wochen nur Musik machen. Ich denke auch mal das war eine der wichtigsten Phasen der Panhandle Alks. Die Rock´n´Roll / Ted Szene war zu diesem Zeitpunkt eigentlich eine ziemlich eingefahrene Sache und ließ nicht viel Spielraum für andere Musikstile zu. Auf unserer eigenen Tour spielten wir u.a. auch in Hippie Kommunen oder bei Punks und hatten mächtig Spaß. Die Alks wurden offener gegenüber anderen Scenen. Bei der Weser Tour kamen vier Bands zusammen die alle was verschiedenes machten, aber der erste Abend zeigte schon, dass alle auf dem selben Level waren. Bei jeder Band die grad spielte waren die anderen Bands: Publikum, Instrumenten-Roadies und Fans. Nach einer guten Woche ging diese Tournee in Bremen zu Ende. Ich habe es bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht erlebt, dass vier Bands mit Abschiedstränen in den Augen, Arm in Arm, zum Finale " Bis zum bitteren Ende" sangen (Das war auch der Grund weshalb dieser Song von den Tango Brüdern auf die nächste Scheibe kam).
...Für die Auftritte unserer Rest-Tournee danach fehlte uns irgendwas....
Der nächste Meilenstein war dann die Scheibe "Alkabilly Trail" auf der der Titelsong merkwürdigerweise nicht drauf ist sondern erst danach entstand (zur EP der nächsten "We are the Champions" Weser Tour, mit den Goldenen Zitronen, Rumble on the Beach, Rocko Schamoni und Bad Ladies and the wild Lovers).
Wir rockten weiter wie bisher, allerdings ein bisken weltoffener .... bis wir dann der Meinung waren, uns wie Ahoi-Brause in Wasser aufzulösen........
Das Abschiedskonzert im Spektakulum in Düsseldorf war übrigens mit eins der schönsten und bewegendsten Konzerte der Alks.....

...Intermezzo....